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Julia Neigels Anekdoten

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Julia Neigels Anekdoten

Juni 11, 2012 0 Kommentare Allgemeine Info von Admin Friedemann

Ob fröhlich, ob traurig, ob nachdenklich. Julia schreibt in ihren Anekdoten, was sie im Leben berührt, auf und läßt uns alle immer wieder an ihren Erlebnissen teilhaben. Anbei eine Anekdote als kleinen Appetizer für Euch. Unter Backstage findet ihr viele dieser Anekdoten, die Julia über die Jahre geschrieben hat.

 

 

 

"Die schwarzen Frauen"

 

 

 

Der Imam dröhnt tönend über die Innenhöfe der Stadt. Seine Stimme folgt einer Melodie wie auf einem Gipfelpfad rauf, runter, rauf runter... ein windendes Singen, das traurig durch die Strassen hallt. Es klingt wie ein Klagelied aus einer mystischen Welt.

 

Ich verstehe seine Sprache nicht. Ich bin in Deutschland. Ich bin Zuhause, in meinem Viertel. Hier wird in allen Sprachen geplappert. Griechisch, italienisch, arabisch, afrikanisch, türkisch......moslemisch. Man diskutiert mit Männern, mit weißen, plüschigen Hosen und dicken Augenbrauen, mit schwarzen Mützen auf dem Kopf, an deren Basar, über den Preis der Melonen, mit weinenden Kindern an der einen Hand, und mit der Anderen die Ware begutachtend.

 

Die Auslage ist beschriftet mit undefinierbaren Ziffern. Man braucht viel Fantasie zur Übersetzung: Gurge, Stuck 70 Cent, Banana, 100 Gramm, Apell, 1 Kilo, Radichsen, Bund für 40 Cent, Katofel für 1.95 Euro. Ich lächle in mich hinein. Ich mag die Atmosphäre. Auch wenn die Fremden hier mir das Gefühl geben, ich wäre eine Fremde in deren Heimat. Wir sind Nachbarn. Was ist schon Fremdsein. Überall ist man fremd, außer Zuhause.

 

Eines jeden Morgens, gehe ich aus dem Haus durch die große Tür, und falle in die pralle Lebendigkeit. Hindurch durch die spielenden, schreienden Kinder, die sich in der unbefahrene Straße tummeln. Ich stoße ihnen wie immer den Fußball zurück, der mir vor die Füße fällt. Selbst mit Stöckelschuhen. Vorbei an den Marktständen, den durchdringenden Imangesängen und Rocksoundfetzen, an den italienischen Eiscafe´s entlang, vorbei an türkischer Brautmode, und Künstlerateliers. Hier wohnen Menschen, Seite an Seite in Eintracht. Ihre Umgangssprache heißt Verhaltensesperanto. Leben und Leben lassen. Cosmopolitisch sagen die Einen. Nationalfremd würden die Anderen sagen. Ich bin eine Privilegierte hier, neutral, wie sooft für die Menschen. Einige kennen mich aus dem Fernsehen, Andere haben nur davon gehört, wissen aber nichts über Deutschland und die Menschen hier, und manchmal höre ich sogar meine Stimme über die Balkone schallen. Dann bedanke ich mich bei meinem Schicksal für dieses Glück. Man grüßt, lacht, Kinder laufen hinter einem her, und selbst die grimmigen Alten mit den Mützen, und den Wasserpfeifen an der Ecke, heben ihren Kopf zum Gruß. Das soll was heißen. Diese Männer heben ihren Kopf nicht einfach so, einer Frau zu Ehren.

 

Es ist, wie wenn ich durch ein Wurmloch hindurch steige, um auf einem anderen Planeten anzukommen. Jedes mal bin ich erneut erstaunt, über die Völkervielfalt, Rituale und Traditionen, der sich hier tummelnden Rassen, hier im kulturellen Schmelztiegel der Stadt. Eine kleine babylonische Oase, mit Ausblick auf den Rhein.

 

Mein Kleiderstil fällt auf. Ein Frau in bunt, auffällig im Gang, manchmal bauchfrei, glitzernd, sonnenbebrillt, mit Hüten, Mützen, knallengen Jeans, bunten Taschen, und luftigen Seidenkleidern, aus anderen Epochen. Mit selbstbewussten Ausschnitten und offenherziger Büste. Das ist für mein Viertel harte Kost. Nun denn, jedem das Seine, Geschmäcker sind nun mal verschieden. Ich bin hier Ausnahme. Das ist meine Art von Esperanto und Toleranz. Ich wandle durch die Straßen zu meinem Auto, mit meiner Selbstverständlichkeit, die die Ladenbesitzer an die Schaufenster treibt, und akzeptiere deren irritierten Blicke. sie sind anders als bei Anderen. Mittlerweile ist es Pflicht, sich zu meinem Äußeren zu äußern, und so tuscheln die Frauen auf der Straße, stecken ihre Köpfe zusammen, tun so als so sie mich nicht sehen, wenn sie mich sehen...

 

Fortsetzung

 

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